Kenjalgad Trek
Gestern war im Cozy Ritz in aller Hergottsfrühe Wecken angesagt: Um 6.15 Uhr mussten Ingo,
Jochen und ich bereits am Swargate Busbahnhof sein, um dort einen weiteren deutschen Kollegen Henryk sowie sechs indische Kollegen zu treffen. Von hier aus sollte es mit dem berühmt berüchtigten Local Bus ca. 2,5 Stunden lang in Richtung Süden über das Provinzstädtchen Bhor ins Dorf Korle gehen, welches den Ausgangs- und Endpunkt für unsere geplante Wandertour auf dem Kenjalgad Trek bildete.
Doch wie in Indien üblich klappte nicht alles wie geplant und ein Teil der indischen Kollegen hatte Probleme mit dem rechtzeitigen Erreichen des Busbahnhofs.
In Folge verpassten wir die Abfahrt unseres Busses und hatten so ausreichend Zeit, die "Schönheit" rund um den Busbahnhof in aller Ruhe zu "genießen". Auch der obligatorische Chai durfte zur Überbrückung der Wartezeit nicht fehlen.
Als dann alle versammelt waren, ging es eben mit dem nächsten Bus über Land. Der Local Bus bietet eine ausgezeichnete Möglichkeit, Land und vor allem Leute kennen zu lernen. Bestenfalls sollte man nicht gerade unter Anthropophobie oder Klaustrophobie leiden wenn man eines dieser Gefährte betritt. Wenn einen dann auch noch weder der rasante Fahrstil noch der Zustand des Vehikels stören, kann man einer solchen Fahrt durchaus etwas abgewinnen (die wilde Maus auf dem Cannstatter Wasen ist ein Scheiß dagegen).
Nach der Ankunft in Korle ging es gegen 9.30 Uhr ohne Verzögerung an den ersten Aufstieg zum
Gipfel. Dieser steckte bereits zu diesem Zeitpunkt in einer unbarmherzig aussehenden Wolke. Zum Aufstieg ist generell zu sagen: In Indien gibt es meistens nur einen Weg zum Gipfel und dieser führt in aller Regel direkt dahin. Und direkt heißt in diesem Kontext: Am besten möglichst gerade und ohne viel Umwege nach oben. So auch dieses mal. Auf halbem Weg stießen wir an die Wolke (und ich an meine konditionelle Grenze) und diese nahm uns auch sofort mit ordentlich Monsunregen in Empfang. Im strömenden Regen ging es unverdrossen weiter nach oben und nach ca. 2,5 Stunden standen wir bis auf die Unterhose durchnässt auf dem Gipfel.
In diesem Moment lies sich ein grundlegender Unterschied in der indischen und der deutschen Kultur sehr gut beobachten. Wo der Deutsche in einem solchen Moment kurz einen ungnädigen Blick auf das sich nicht bessernde
Wetter und die mangelnde Aussicht wirft und unverzüglich beschließt das Weite zu suchen, stellt sich der Inder voller Freude und Dankbarkeit in den Regen, genießt die prasselnden Tropfen auf dem Körper und freut sich über das wunderbar gute Wetter. Regen wird hier als Geschenk des Himmels begriffen, und so wird der Naturdusche eben ausgiebig gefröhnt.
Nach dem dieses indische Grundbedürfnis nach unendlichen
Minuten in Nässe und peitschendem Wind gestillt war, ging es im nicht enden wollenden Monsunregen weiter über die unglaublich grünen Bergketten. Die wunderbare Umgebung tröstete über die Erkenntnis hinweg, dass noch fünf Stunden Marsch vor uns lagen. Das Wetter blieb sich aber treu und gönnte uns nur wenige trockene Augenblicke.
Nach fast sechs Stunden auf dem Trek gab es einen wirklichen Höhepunkt des Tages. Einer der indischen Kollegen sprach auf einer Hochebene einen Bauer an, der dort seine Kuh hütete. Er fragte ihn, ob er und seine Frau uns eine Mahlzeit bereiten würden. Der Bauer bejahte und so kam es, dass wir uns nur Minuten später in einer fensterlosen Lehmhütte wieder fanden, wo wir auf dem nackten Lehmboden sitzend eine einfache Mahlzeit
zu uns nahmen. Das Feuer der Kochstelle wärmte unsere nassen Körper und und wir dampften, während wir Fladenbrot, Getreidebrei, Reis und rohe Zwiebeln zu uns nahmen. Gegessen wurde selbstverständlich mit den seit Stunden ungewaschenen Händen und nach der Mahlzeit durfte - wie in Indien üblich - nach aller Herzenslust gerülpst werden. Eine Bemerkung meinerseits, dass ich das an Indien besonders mag (inkl. einem von Herzen kommenden Rülpser) brachte mir herzhafte Lacher und Schulterklopfen der Inder ein.
So gestärkt schlüpften wir wieder in die nassen Socken und Schuhe und machten uns an den
Abstieg ins Tal zurück nach Korle. Erst als wir die Wolkendecke nach unten durchbrochen hatten, wurde der Regen weniger und die Klamotten klebten nicht mehr ganz so schlimm am Leib. Gegen 18.30 Uhr schloss sich mit der Ankunft am Ausgangspunkt der Kreis. Erschöpft aber
glücklich ließen wir uns unter einem Vordach nieder. Lediglich die bange Frage, ob der letzte Bus für diesen Tag tatsächlich noch kommen würde, ließ uns keine Ruhe. Doch mit nur 45 Minuten Verspätung kam er doch noch angebraust und mit einem Umstieg in Bhor ging es zurück nach Pune.
Gegen 23 Uhr waren wir nach insgesamt 18 Stunden mit immer noch nassen Unterhosen und Schuhen endlich im Cozy Ritz, wo eine heiße Dusche und eine ordentliche Lieferung vom Pizza Service auf uns warteten. Doch als dann auch noch die Bäuche mit Pizza gefüllt und die verbliebenen Hohlräume mit Bier gefüllt waren, gab es nur noch ein Ziel - das Bett!
Der Tag war für mich der bislang schönste und erlebnisreichste, seit ich hier in Pune bin. Voller Eindrücke und mit schweren Gliedern bin ich eingeschlafen - und heute morgen auch wieder aufgewacht.
Anmerkung: Alle Bilder der Tour habe ich bei Facebook eingestellt (auch für Nichtmitglieder sichtbar).
Doch wie in Indien üblich klappte nicht alles wie geplant und ein Teil der indischen Kollegen hatte Probleme mit dem rechtzeitigen Erreichen des Busbahnhofs.
Als dann alle versammelt waren, ging es eben mit dem nächsten Bus über Land. Der Local Bus bietet eine ausgezeichnete Möglichkeit, Land und vor allem Leute kennen zu lernen. Bestenfalls sollte man nicht gerade unter Anthropophobie oder Klaustrophobie leiden wenn man eines dieser Gefährte betritt. Wenn einen dann auch noch weder der rasante Fahrstil noch der Zustand des Vehikels stören, kann man einer solchen Fahrt durchaus etwas abgewinnen (die wilde Maus auf dem Cannstatter Wasen ist ein Scheiß dagegen).
Nach der Ankunft in Korle ging es gegen 9.30 Uhr ohne Verzögerung an den ersten Aufstieg zum
In diesem Moment lies sich ein grundlegender Unterschied in der indischen und der deutschen Kultur sehr gut beobachten. Wo der Deutsche in einem solchen Moment kurz einen ungnädigen Blick auf das sich nicht bessernde
Nach dem dieses indische Grundbedürfnis nach unendlichen
Nach fast sechs Stunden auf dem Trek gab es einen wirklichen Höhepunkt des Tages. Einer der indischen Kollegen sprach auf einer Hochebene einen Bauer an, der dort seine Kuh hütete. Er fragte ihn, ob er und seine Frau uns eine Mahlzeit bereiten würden. Der Bauer bejahte und so kam es, dass wir uns nur Minuten später in einer fensterlosen Lehmhütte wieder fanden, wo wir auf dem nackten Lehmboden sitzend eine einfache Mahlzeit
So gestärkt schlüpften wir wieder in die nassen Socken und Schuhe und machten uns an den
Gegen 23 Uhr waren wir nach insgesamt 18 Stunden mit immer noch nassen Unterhosen und Schuhen endlich im Cozy Ritz, wo eine heiße Dusche und eine ordentliche Lieferung vom Pizza Service auf uns warteten. Doch als dann auch noch die Bäuche mit Pizza gefüllt und die verbliebenen Hohlräume mit Bier gefüllt waren, gab es nur noch ein Ziel - das Bett!
Der Tag war für mich der bislang schönste und erlebnisreichste, seit ich hier in Pune bin. Voller Eindrücke und mit schweren Gliedern bin ich eingeschlafen - und heute morgen auch wieder aufgewacht.
Anmerkung: Alle Bilder der Tour habe ich bei Facebook eingestellt (auch für Nichtmitglieder sichtbar).

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