Sonntag, 27. September 2009

Auf dem Weg zurück nach Pune

Nach einem sehr durchgetakteten Aufenthalt in Deutschland befinde ich mich gerade eben auf dem Rückweg nach Pune. Im Moment sitze ich in Frankfurt am Flughafen und warte auf meinen Abflug nach Pune. Das Timing des Fluges ist recht gut gewählt, denn ich komme zwar morgens um 3.50 h in Pune an, habe dann aber den ganzen Montag frei, weil morgen Feiertag in Pune ist - am Freitag übrigens auch. ;-)
So steht mir zur erneuten Eingewöhnung in Pune eine kurze Arbeitswoche bevor. Das sind doch mal gute Aussichten.

Montag, 21. September 2009

Heimaturlaub

Seit Freitag befinde ich mich auf einem zehntägigen Heimaturlaub in Deutschland. Nach einem standesgemässen Auftakt am Freitag in Stuttgart habe ich mein Wochenende bei meinen Eltern zu Hause verbracht. Dort war gestern zunächst eine schöne Grillparty angesagt, bevor ich mich dann ausgiebig mit meinen alten Freunden getroffen habe.

Nach einem heutigen Ruhetag stehen nächste Woche jede Menge weitere Highlights auf dem Programm, bevor es dann am nächsten Sonntag wieder zurück nach Pune geht.

Dienstag, 15. September 2009

Bildungsabend Teil 3 oder die Inder schlagen zurück

Nach dem wir unsere indischen Kollegen bereits mehrfach mit westlichem Zeug gequält haben, haben sie heute Abend gnadenlos zurück geschlagen. Geschlagene drei Stunden war Bollywood vom feinsten angesagt mit dem Film "Om Shanti Om" - in der Hauptrolle natürlich der unvermeidliche Shahroukh Khan.

Als ob das nicht schon Herausforderung genug gewesen wäre, gab es filmbegleitend noch Masala Paan zu kauen:



Dabei handelt es sich um ein Betel-Blatt gefüllt mit Areca-Nuss und anderen Gewürzen. Mein lieber Schieber. Die Speichelbildung und die weiteren Auswirkungen waren beachtlich. Zum Glück ist die Handlung in Bollywood Filmen meist nicht so anspruchsvoll, dass das Lesen der Untertitel unbedingt erforderlich wäre...

Sonntag, 13. September 2009

Wochenend-Masochismus @ Kothaligad Trek

Vielleicht muss man wirklich einen am Sträusschen haben, um am Samstag morgen kurz nach 4 Uhr aufzustehen, nur damit man dann an diesem Tag zusammengequetscht mit 50 anderen Gestörten 2x4=8h Bus fährt, um an einen Ort zu gelangen, an dem die Strapazen erst so richtig losgehen.

So geschehen gestern. Erneut ging es im Rahmen eines Samstagsausflugs zum "Trekken". Und wieder waren es 18 Stunden voller Erlebnisse, Anstrengung und am Ende Erschöpfung. Erst gegen 23.15h war ich wieder in meiner Behausung und mehr als glücklich, dass von der Abendlichen Party - welche ohne mich statt gefunden hatte - noch ein paar Stücke Pizza über waren, mit denen ich meinen plötzlich aufbrandenden Hunger stillen konnte.

Und da ich auch noch einen Tag später leicht erschöpft bin, werde ich mich aus Bequemlichkeit dieses mal mehr auf die Bilder als auf den Text konzentrieren. Hier sind sie:

Kothaligad Trek

Bildungsabend Teil 2

Nach dem beim letzten Bildungsabend europäische Einflüsse eher im Hintergrund standen, haben wir dieses mal ganz auf solides, deutsches Material gesetzt. Mit lukulischen Genüssen wollten wir unsere indischen Freunde und Kollegen davon überzeugen, dass auch die deutsche vegetarische Küche einiges zu bieten hat. Unter der Regie von Wahl-Hamburger Ingo nahmen wir die Herausforderung an und machten uns mit eigens für diesen Zweck importierten Zutaten ans Werk.



Auf dem Speiseplan stand das genau so einfache wie leckere Gericht "Reibeplätzchen" - in Süddeutschland wohl besser bekannt unter dem Namen "Kartoffelpuffer" bzw. Reiberdatschi. Dazu gab es optional köstliches Apfelmus von Aldi Nord oder indische Sweat Chilli Sauce.



Am Ende gab uns der Erfolg recht: Die indischen Kollegen haben ordentlich gefuttert und die Mühe des Kartoffelschälens und Reibens hatte sich gelohnt. Zum Abschluss gab es noch leckere indische Eiscreme und alle waren glücklich. Für mich brachte der Abend eine Erkenntnis: Dinge, die man in Deutschland keiner Beachtung würdigt (z. B. Kartoffelpuffer mit Apfelmus) schmecken in Indien einfach köstlich.


Sonntag, 6. September 2009

Kenjalgad Trek

Gestern war im Cozy Ritz in aller Hergottsfrühe Wecken angesagt: Um 6.15 Uhr mussten Ingo, Jochen und ich bereits am Swargate Busbahnhof sein, um dort einen weiteren deutschen Kollegen Henryk sowie sechs indische Kollegen zu treffen. Von hier aus sollte es mit dem berühmt berüchtigten Local Bus ca. 2,5 Stunden lang in Richtung Süden über das Provinzstädtchen Bhor ins Dorf Korle gehen, welches den Ausgangs- und Endpunkt für unsere geplante Wandertour auf dem Kenjalgad Trek bildete.

Doch wie in Indien üblich klappte nicht alles wie geplant und ein Teil der indischen Kollegen hatte Probleme mit dem rechtzeitigen Erreichen des Busbahnhofs. In Folge verpassten wir die Abfahrt unseres Busses und hatten so ausreichend Zeit, die "Schönheit" rund um den Busbahnhof in aller Ruhe zu "genießen". Auch der obligatorische Chai durfte zur Überbrückung der Wartezeit nicht fehlen.

Als dann alle versammelt waren, ging es eben mit dem nächsten Bus über Land. Der Local Bus bietet eine ausgezeichnete Möglichkeit, Land und vor allem Leute kennen zu lernen. Bestenfalls sollte man nicht gerade unter Anthropophobie oder Klaustrophobie leiden wenn man eines dieser Gefährte betritt. Wenn einen dann auch noch weder der rasante Fahrstil noch der Zustand des Vehikels stören, kann man einer solchen Fahrt durchaus etwas abgewinnen (die wilde Maus auf dem Cannstatter Wasen ist ein Scheiß dagegen).

Nach der Ankunft in Korle ging es gegen 9.30 Uhr ohne Verzögerung an den ersten Aufstieg zum Gipfel. Dieser steckte bereits zu diesem Zeitpunkt in einer unbarmherzig aussehenden Wolke. Zum Aufstieg ist generell zu sagen: In Indien gibt es meistens nur einen Weg zum Gipfel und dieser führt in aller Regel direkt dahin. Und direkt heißt in diesem Kontext: Am besten möglichst gerade und ohne viel Umwege nach oben. So auch dieses mal. Auf halbem Weg stießen wir an die Wolke (und ich an meine konditionelle Grenze) und diese nahm uns auch sofort mit ordentlich Monsunregen in Empfang. Im strömenden Regen ging es unverdrossen weiter nach oben und nach ca. 2,5 Stunden standen wir bis auf die Unterhose durchnässt auf dem Gipfel.

In diesem Moment lies sich ein grundlegender Unterschied in der indischen und der deutschen Kultur sehr gut beobachten. Wo der Deutsche in einem solchen Moment kurz einen ungnädigen Blick auf das sich nicht bessernde Wetter und die mangelnde Aussicht wirft und unverzüglich beschließt das Weite zu suchen, stellt sich der Inder voller Freude und Dankbarkeit in den Regen, genießt die prasselnden Tropfen auf dem Körper und freut sich über das wunderbar gute Wetter. Regen wird hier als Geschenk des Himmels begriffen, und so wird der Naturdusche eben ausgiebig gefröhnt.

Nach dem dieses indische Grundbedürfnis nach unendlichen Minuten in Nässe und peitschendem Wind gestillt war, ging es im nicht enden wollenden Monsunregen weiter über die unglaublich grünen Bergketten. Die wunderbare Umgebung tröstete über die Erkenntnis hinweg, dass noch fünf Stunden Marsch vor uns lagen. Das Wetter blieb sich aber treu und gönnte uns nur wenige trockene Augenblicke.

Nach fast sechs Stunden auf dem Trek gab es einen wirklichen Höhepunkt des Tages. Einer der indischen Kollegen sprach auf einer Hochebene einen Bauer an, der dort seine Kuh hütete. Er fragte ihn, ob er und seine Frau uns eine Mahlzeit bereiten würden. Der Bauer bejahte und so kam es, dass wir uns nur Minuten später in einer fensterlosen Lehmhütte wieder fanden, wo wir auf dem nackten Lehmboden sitzend eine einfache Mahlzeit zu uns nahmen. Das Feuer der Kochstelle wärmte unsere nassen Körper und und wir dampften, während wir Fladenbrot, Getreidebrei, Reis und rohe Zwiebeln zu uns nahmen. Gegessen wurde selbstverständlich mit den seit Stunden ungewaschenen Händen und nach der Mahlzeit durfte - wie in Indien üblich - nach aller Herzenslust gerülpst werden. Eine Bemerkung meinerseits, dass ich das an Indien besonders mag (inkl. einem von Herzen kommenden Rülpser) brachte mir herzhafte Lacher und Schulterklopfen der Inder ein.

So gestärkt schlüpften wir wieder in die nassen Socken und Schuhe und machten uns an den Abstieg ins Tal zurück nach Korle. Erst als wir die Wolkendecke nach unten durchbrochen hatten, wurde der Regen weniger und die Klamotten klebten nicht mehr ganz so schlimm am Leib. Gegen 18.30 Uhr schloss sich mit der Ankunft am Ausgangspunkt der Kreis. Erschöpft aber glücklich ließen wir uns unter einem Vordach nieder. Lediglich die bange Frage, ob der letzte Bus für diesen Tag tatsächlich noch kommen würde, ließ uns keine Ruhe. Doch mit nur 45 Minuten Verspätung kam er doch noch angebraust und mit einem Umstieg in Bhor ging es zurück nach Pune.

Gegen 23 Uhr waren wir nach insgesamt 18 Stunden mit immer noch nassen Unterhosen und Schuhen endlich im Cozy Ritz, wo eine heiße Dusche und eine ordentliche Lieferung vom Pizza Service auf uns warteten. Doch als dann auch noch die Bäuche mit Pizza gefüllt und die verbliebenen Hohlräume mit Bier gefüllt waren, gab es nur noch ein Ziel - das Bett!

Der Tag war für mich der bislang schönste und erlebnisreichste, seit ich hier in Pune bin. Voller Eindrücke und mit schweren Gliedern bin ich eingeschlafen - und heute morgen auch wieder aufgewacht.

Anmerkung: Alle Bilder der Tour habe ich bei Facebook eingestellt (auch für Nichtmitglieder sichtbar).

Freitag, 4. September 2009

Heimatgefühle

Es war eine schnell beschlossene Sache: Nach dem unser Nordlicht Ingo am Vorabend leichtsinnig offeriert hatte, uns mit seinen Hamburger Bratkartoffeln zu verwöhnen, liessen wir uns natürlich nicht mehr davon abbringen.

Zum Wochenausklang versammelten wir uns daher heute Abend in unserem gemütlichen "Cozy Ritz" zum gemeinsamen Kochen und Schlemmen.

Vorbereitende Massnahmen:


Der Meister an der Flamme beim Kochen und Schwitzen:


Fast fertig:


Wer noch nie ein paar Wochen hier war hat keine Ahnung wie gut das schmecken kann!!!